Tag 1 – Aufbruch Richtung Belgien (08.05.2026)
Nach Feierabend starteten wir mit unserem Campervan endlich in Richtung Irland-Abenteuer. Der erste Stopp führte uns durch Luxemburg – perfekt zum günstigen Tanken und Getränkevorräte auffüllen. Anschließend ging es weiter nach Belgien zu unserem ersten Übernachtungsplatz am „Parking Motorhome de Bouillon“, direkt am Fuße der imposanten Burg von Bouillon.
Die mittelalterliche Festung zählt zu den bekanntesten Burgen Belgiens und thront spektakulär über der kleinen Stadt. Leider zeigte sich das Wetter am nächsten Morgen nicht von seiner fotogenen Seite: dichter Nebel verhüllte die Burg komplett. Trotzdem war der Stellplatz mit seiner besonderen Atmosphäre ein gelungener Start unserer Reise.
Tag 2 – Zwischenstopp Normandie (09.05.2026)
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Normandie – rund 450 Kilometer lagen vor uns. Eigentlich stand Étretat mit seinen berühmten weißen Kreidefelsen auf unserem Plan. Doch manchmal schreibt eine Reise ihre eigenen Geschichten: Voll belegte Parkplätze, Höhenbeschränkungen und ausgebuchte Stellplätze machten uns schnell klar, dass wir umplanen mussten.
Also ging es spontan weiter nach Le Havre. Dort genossen wir entspannte Spaziergänge am Meer und rund um den Leuchtturm, bevor wir unsere Fahrt entlang der Küste fortsetzten. Unser Übernachtungsplatz in Arromanches-les-Bains lag traumhaft direkt an den Klippen.
Bei einem Strandspaziergang erkundeten wir die geschichtsträchtige Küste der Normandie. Besonders beeindruckend waren die Überreste des künstlichen Mulberry-Hafens aus dem Zweiten Weltkrieg, der nach der Landung der Alliierten errichtet wurde. Am Abend wurden wir dann noch mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt – einer dieser Momente, die man auf Reisen nie vergisst.
Le Havre
Arromanches-les-Bains
Tag 3 – Geschichte der Normandie & Fähre nach Irland (10.05.2026)
Bevor am Nachmittag die Fähre von Cherbourg nach Dublin ablegte, nutzten wir den Tag noch für einige eindrucksvolle Orte der Geschichte. Zunächst besuchten wir die deutschen Bunkeranlagen von Longues-sur-Mer. Die gut erhaltenen Geschützstellungen geben noch heute einen bedrückenden Eindruck davon, welche Bedeutung die Normandie im Zweiten Weltkrieg hatte.
Danach ging es weiter zum berühmten Omaha Beach. Der weitläufige Strand wirkt heute friedlich – kaum vorstellbar, welche dramatischen Ereignisse sich hier am D-Day abgespielt haben. Besonders bewegend war anschließend der Besuch des amerikanischen Soldatenfriedhofs oberhalb der Küste.
Ein echtes Highlight des Tages war das Overlord Museum – absolut sehenswert und eine klare Empfehlung für alle, die sich für Geschichte interessieren. Zahlreiche Fahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und persönliche Geschichten machen die Ereignisse von damals sehr greifbar.
Am Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Weg nach Cherbourg. Pünktlich um 16:30 Uhr hieß es dann: Leinen los Richtung Irland.
Bunkeranlagen von Longues-sur-Mer
Omaha Beach
Overlord Museum
Amerikanischer Soldatenfriedhof
Tag 4 – Willkommen in Irland (11.05.2026)
Nach einer nicht immer ganz ruhigen Überfahrt erreichten wir gegen 11:30 Uhr Ortszeit endlich Irland. Eine Stunde Zeitunterschied und vor allem der Linksverkehr sorgten zunächst für etwas Eingewöhnung – aber schon nach kurzer Zeit fühlte sich das Fahren überraschend entspannt an.
Unsere ersten Ziele in Irland waren direkt zwei Whiskey-Destillerien. Zuerst besuchten wir die traditionsreiche Kilbeggan Distillery – die älteste lizenzierte Whiskey-Destillerie Irlands. Das historische Gelände und die liebevoll erhaltenen Anlagen vermitteln jede Menge Charme und Geschichte. Für uns eine absolute Empfehlung.
Im Anschluss ging es weiter zur modernen Tullamore D.E.W. Distillery. Hier zeigte sich der komplette Kontrast: moderne Architektur, große Produktionsanlagen und ein sehr zeitgemäßes Besuchererlebnis. Spannend zu sehen, wie unterschiedlich irischer Whiskey präsentiert werden kann.
Den Tag ließen wir schließlich entspannt an unserem ersten Übernachtungsplatz in Irland ausklingen – direkt am River Shannon im kleinen Ort Shannonbridge. Ein ruhiger Platz am Wasser und der perfekte Abschluss unseres ersten Tages auf der grünen Insel.
Kilbeggan Distillery
Tullamore Distillery
Shannonbridge
Tag 5 – Klosterruinen, Enttäuschungen & traumhafte Küstenblicke (12.05.2026)
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht an unserem Stellplatz in Shannonbridge starteten wir entspannt in den Tag. Unser erstes Ziel war die alte Klosteranlage von Clonmacnoise – eine der bedeutendsten frühchristlichen Siedlungen Irlands. Direkt am River Shannon gelegen, bietet die Anlage mit ihren Rundtürmen, alten Grabsteinen und Kirchenruinen eine ganz besondere Atmosphäre.
Für mich als Hobby-Fotografen ein echtes Paradies: Hinter jeder Ecke warteten neue Motive. Besonders begeistert waren wir aber nicht nur von der beeindruckenden Anlage selbst, sondern auch vom unglaublich freundlichen Personal. Vor allem Sean nahm sich viel Zeit und brachte uns mit viel Begeisterung die Geschichte des Klosters näher – ein wirklich sympathischer Typ. Da Teile des Besucherzentrums aktuell umgebaut wurden, war der Eintritt sogar kostenlos. Auch das Parken war gratis – überhaupt fällt uns in Irland immer wieder auf, wie unkompliziert und freundlich vieles geregelt ist.
Anschließend ging es weiter nach Athenry, das oft als besterhaltene mittelalterliche Stadt Irlands bezeichnet wird. Unsere Erwartungen waren entsprechend hoch. Leider konnte der Ort diese nicht wirklich erfüllen. Neben der alten Kirche und dem Castle gab es nicht allzu viel zu entdecken, sodass wir eher enttäuscht weiterzogen. Immerhin konnten wir die Gelegenheit nutzen, unsere Vorräte im Aldi wieder aufzufüllen.
Danach führte uns die Route durch Galway und weiter entlang des beeindruckenden Wild Atlantic Way. Unterwegs passierten wir zahlreiche Aussichtspunkte, weite Landschaften und typische irische Torffelder – eine Szenerie, die sofort echtes Irland-Feeling vermittelt.
Unser Tagesziel war schließlich der Glinsce Pier. Vielen Dank an Birgit und Walter für diesen großartigen Stellplatztipp. Die Aussicht dort ist einfach fantastisch: raue Küste, weites Meer und absolute Ruhe. Allerdings zeigte sich der Atlantik auch von seiner wilden Seite – der Wind bläst hier ordentlich. Mal sehen, wie ruhig die Nacht tatsächlich wird.
Clonmacnoise
Athenry
Wild Atlantic Way & Glinsce Pier
Tag 6 – Sturm, Sky Road & irisches Wetter (13.05.2026)
Die Nacht am Glinsce Pier hatte es in sich: Starker Wind rüttelte ordentlich an unserem Campervan, sodass wir mitten in der Nacht ein paar Meter weitergefahren sind, um etwas windgeschützter zu stehen.
Am Morgen ging es dann weiter zu unserem ersten Fotospot des Tages: Pine Island. Die Aussicht dort ist beeindruckend – rau, weit und typisch Connemara. Allerdings machte uns der weiterhin starke Wind einen Strich durch die fotografische Planung: Stativ und Filter waren kaum einsetzbar, sodass wir ausschließlich aus der Hand fotografiert haben.
Anschließend stand ein echtes Highlight auf dem Plan: die etwa 16 Kilometer lange Sky Road. Die Strecke zählt zu den schönsten Panoramastraßen Irlands und bietet zahlreiche Ausblicke auf den Atlantik und die vorgelagerten Inseln. Empfehlenswert ist die Fahrt im Uhrzeigersinn.
Nach einem kurzen Abstecher in den Ort Clifden ging es weiter zur Omey Island. Die Insel ist nur bei Ebbe über einen Sandstrand erreichbar. Eine geplante Umrundung mussten wir jedoch abbrechen, da das Wetter innerhalb kurzer Zeit umschlug und Regen einsetzte.
Zurück am Van mussten wir uns erstmal trocknen, da wir komplett durchnässt waren, und nutzten die Zeit anschließend für eine Pause mit Kaffee und Kuchen.
Bevor wir unseren Übernachtungsplatz anfuhren, machten wir noch einen Abstecher zur Kylemore Abbey. Die Anlage liegt unweit unseres Ziels und bot sich daher als kurzer Zwischenstopp an.
Anschließend ging es weiter zum Connemara Caravan & Camping Park nahe dem Lettergesh Beach. Heute fiel die Wahl bewusst auf einen Campingplatz – Frischwasser auffüllen, Abwasser entsorgen und die Toilette leeren standen an. Dort haben wir einen windgeschützten Stellplatz gewählt und nicht die erste Reihe direkt an der Küste.
Das Wetter zeigte sich typisch irisch mit einem schnellen Wechsel aus Sonne und Regen. Zum Tagesabschluss kam die Sonne noch einmal zum Vorschein.
Pine Island
Sky Road & Wild Atlantic Way
Omey Island
Kylemore Abbey
Connemara Caravan & Camping Park - Lettergesh Beach
Tag 7 – Von Connemara nach Achill Island (14.05.2026)
Nach einer ruhigen Nacht ohne starken Wind und einem entspannten Frühstück sind wir gegen 10 Uhr aufgebrochen. Unser Tagesziel: Achill Island.
Die Route führte uns über die N59 durch eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend. Entlang des Killary Harbour – dem einzigen Fjord Irlands – ging es zu unserem ersten Zwischenstopp, dem Aasleagh Falls. Der Wasserfall liegt idyllisch eingebettet in die Landschaft und bietet ein schönes Fotomotiv direkt an der Straße.
Anschließend folgten wir der R335 weiter nach Westport. Der Ort gilt als einer der schönsten in Irland und machte auf uns einen sehr gepflegten und lebendigen Eindruck. Neben dem Kauf einiger Souvenirs haben wir im The Cobbler’s Bar zu Mittag gegessen – Irish Stew und Sirloin Steak standen auf dem Plan.
Gut gestärkt ging es danach weiter in Richtung Achill Island. Unser Ziel dort waren die White Cliffs of Ashleam. Die Klippen bieten beeindruckende Ausblicke auf den Atlantik und die raue Küstenlandschaft – ein lohnender Stopp mit viel Weitblick.
Unser Übernachtungsplatz für diesen Tag war der Achill Seal Caves Caravan & Camping Park. Für 26 Euro fanden wir hier einen guten Platz für die Nacht.
Insgesamt legten wir an diesem Tag rund 140 Kilometer zurück.
Killary Harbour
Aasleagh Falls
Westport
White Cliffs of Ashleam
Tag 8 – Achill Island und die Mullet Peninsula (15.05.2026)
Nach einer weiteren ruhigen Nacht ohne Wind und einem ausgedehnten Frühstück sind wir gegen 10 Uhr gestartet.
Unser erstes Ziel war das Slievemore Deserted Village. Die verlassenen Steinhäuser am Fuße des Slievemore vermitteln einen guten Eindruck vom früheren Leben auf der Insel und zählen zu den bekanntesten historischen Orten auf Achill Island.
Anschließend ging es weiter zum Keel Beach. Dort machten wir einen kurzen Strandspaziergang und nutzten die Gelegenheit, mehrere Schulklassen beim Surfen zu beobachten und zu fotografieren.
Danach führte uns die Route über die N59 weiter in den Westen Irlands, genauer gesagt in den Nordwesten der Grafschaft Mayo auf die Mullet Peninsula mit dem Ort Belmullet. Die Halbinsel gilt als eine der abgelegensten Regionen entlang des Wild Atlantic Way und bietet entsprechend ursprüngliche Landschaften.
Dort unternahmen wir eine Rundwanderung auf dem Erris Head Loop Walk. Der Weg führte entlang von Felsen und Klippen und bot immer wieder weite Ausblicke auf den Atlantik – landschaftlich ein echtes Highlight.
Unser Übernachtungsplatz lag direkt im Hafen von Belmullet. Der Stellplatz war kostenlos und bot die Möglichkeit, das Treiben der Fischer und Boote aus nächster Nähe zu beobachten.
Am Abend waren wir im The Talbot Seafood Bar essen. Ein Guinness durfte dabei natürlich nicht fehlen.
Das Wetter zeigte sich an diesem Tag von seiner angenehmen Seite: trocken, ohne Wind und insgesamt sehr stabil.
Slievemore Deserted Village
Keel Beach
Erris Head Loop Walk
Ballyglass Lighthouse
Belmullet
Tag 9 – Planänderung: Wieder Richtung Süden – Downpatrick Head, Rosserk Friary und irisches National Museum (16.05.2026)
Wir sind gegen 10 Uhr in den Tag gestartet. Unsere ursprüngliche Route in den hohen Norden haben wir angepasst: Die lange Strecke erschien uns im Verhältnis zum Mehrwert zu aufwendig, da wir in den letzten Tagen bereits viele Küstenlandschaften gesehen hatten. Daher entschieden wir uns, nicht weiter nach Norden zu fahren, sondern wieder Richtung Süden zu reisen.
Dabei lassen wir uns bewusst etwas flexibler treiben – ein grober Plan steht, aber letztlich entscheiden wir spontan und auch abhängig vom Wetter, wohin es uns genau verschlägt.
Erstes Ziel war Dún Briste Sea Stack am Downpatrick Head. Der Spot ist absolut sehenswert. Trotz des wechselhaften Wetters hatten wir Glück, denn immer wieder ließ sich die Sonne blicken. Insgesamt zeigte sich das Wetter typisch irisch mit einem Wechsel aus Regen und Sonne.
Der Ort hat auch eine interessante Verbindung zum Zweiten Weltkrieg: Wetterdaten von der irischen Westküste spielten eine wichtige Rolle bei der Planung des D-Day. Auf Basis dieser Prognosen wurde die Invasion schließlich um einen Tag verschoben. Damit schließt sich für uns ein Stück weit der Kreis zu unserem Besuch der Normandie zu Beginn der Reise.
Spannend waren auch die Klippenangler, die direkt an den steilen Felskanten standen. Mit etwas Glück konnten wir sogar beobachten, wie jemand gleich vier Makrelen auf einmal an Land zog.
Anschließend ging es weiter zu den Ruinen des Rosserk Friary. Die Anlage aus dem 15. Jahrhundert ist eine eindrucksvolle Ruine und vor allem fotografisch ein echtes Highlight.
Danach stand ein Besuch im National Museum of Ireland – Country Life auf dem Programm. Das irische National Museum hat uns sehr begeistert: Der Eintritt ist kostenlos, ebenso das Parken. Im Museumscafé gab es zudem leckeren Kaffee und Kuchen. Inhaltlich wird das historische Leben in Irland sehr anschaulich dargestellt – für alle, die sich für Geschichte und Kultur interessieren, auf jeden Fall eine klare Empfehlung.
Im Anschluss ging es weiter zu unserem Übernachtungsplatz am Kilberg Pier. Der Stellplatz ist kostenlos und liegt wunderschön direkt an einem See – ein ruhiger und stimmungsvoller Abschluss des Tages.
Dún Briste Sea Stack - Downpatrick Head
Klippenfischer am Downpatrick Head
Ruinen des Rosserk Friary
National Museum of Ireland
Kilberg Pier
Tag 10 – Sauna am Kilberg Pier, Dunguaire Castle und Weiterfahrt nach Doolin (17.05.2026)
Nach einer entspannten und ruhigen Nacht an unserem Stellplatz am Kilberg Pier – wir standen dort ganz alleine – starteten wir gemütlich in den Tag.
Während des Frühstücks wurden wir plötzlich überrascht: Ein VW-Bus mit Anhänger parkte direkt neben uns. Darin befand sich eine mobile Sauna. Wir kamen mit James, dem Betreiber, ins Gespräch. Er steht jeden Sonntag hier, die Nutzung kostet 15 Euro pro Stunde und wird von den Einheimischen rege genutzt. Den Sauna-Anhänger hat er selbst ausgebaut. Ein kurzer, sehr netter Austausch – er interessierte sich auch für unsere Anbauten wie Heck- und Dachträger und überlegte, diese selbst nachzubauen.
Ab etwa neun Uhr füllte sich der Platz zunehmend, als die ersten Besucher zur Sauna kamen. Der Spot ist sogar bei Google Maps als „Sauna-Spot“ am Kilberg Pier verzeichnet.
Nachdem es uns dort zu voll wurde, machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel: Dunguaire Castle. Ein schöner Fotospot direkt am Wasser, allerdings auch sehr touristisch mit entsprechend vielen Besuchern und Reisebussen.
Anschließend ging es weiter zur Corcomroe Abbey. Allerdings mussten wir hier zunächst einen Regenschauer im Van abwarten.
Danach führte uns die Route weiter zum Black Head Lighthouse. Die Strecke dorthin, der Burren Coast Way, bot erneut schöne Ausblicke auf die Küstenlandschaft.
Nach zwei "Freisteh-Nächten" entschieden wir uns wieder für einen Campingplatz und fuhren zum O’Connor’s Riverside Camping & Caravan Park in Doolin. Hintergrund war eine bevorstehende gebuchte und geführte Wanderung rund um die Cliffs of Moher am Montag um 10 Uhr.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt im Gus O'Connor's Pub bei einem frisch gezapften Guinness und stimmungsvoller Live-Musik ausklingen.
Mobile Sauna am Kilberg Pier
Dunguaire Castle
Corcomroe Abbey
Black Head Lighthouse
Doolin
Tag 11 – Cliffs of Moher Coastal Walk (18.05.2026)
Um 10 Uhr startete unsere geführte Wanderung entlang der Cliffs of Moher. Treffpunkt war das Doolin Inn. Die Kosten lagen bei 30 Euro pro Person.
Die Gruppe war sehr international – insgesamt 18 Personen aus den USA (u. a. Texas, New Jersey und Kalifornien), Kanada, den Niederlanden, Deutschland und auch Irland waren vertreten. Nach einem kurzen Transfer mit dem Kleinbus zum Startpunkt begann die Wanderung.
Unser ursprünglich geplanter Guide Pat Sweeney konnte kurzfristig nicht teilnehmen, da auf seinem Hof eine Kuh gekalbt hatte. Stattdessen übernahm sein Cousin Vincenz die Tour und vermittelte mit viel Humor interessante Informationen zur Entstehung und Geschichte der Klippen sowie zur Region allgemein.
Die rund 8 Kilometer lange Strecke führte immer entlang der Klippen zurück in Richtung Doolin. Die Ausblicke auf die steilen Felswände und die starke Brandung des Atlantiks waren beeindruckend. Das Wetter zeigte sich allerdings wenig erfreulich – es war überwiegend regnerisch.
Ein besonderes Highlight der Wanderung war die Sichtung von Papageitauchern (Puffins), die weit unterhalb von uns in den Felsen nisteten.
Gegen 14 Uhr erreichten wir wieder den Ausgangspunkt. Im Anschluss stärkten wir uns im gemütlichen The Ivy Cottage mit Fish & Chips und einem Stout.
Danach schauten wir noch in einige Souvenirshops, bevor wir zum Van zurückkehrten und den restlichen Tag ruhig ausklingen ließen – bei weiterhin regnerischem Wetter.
Tag 12 – Puffins, Klosteranlage und irische Geschichte (19.05.2026)
Nach zwei Tagen auf dem O’Connor’s Riverside Camping & Caravan Park ging es für uns weiter. Das Wetter hatte leider nicht wirklich mitgespielt – viel Regen bestimmte die Zeit in Doolin. Die beiden Nächte inklusive Strom lagen insgesamt bei 70 Euro. Positiv war die gute Lage: Vom Stellplatz aus konnten wir den Ort bequem zu Fuß erkunden und hatten am Vortag unsere Wanderung entlang der Klippen unternommen.
Am Morgen ging es – in Anknüpfung an den gestrigen Cliff Walk – noch einmal direkt zu den Cliffs of Moher. Für zwei Erwachsene inklusive Camper lagen die Parkgebühren bei 30 Euro. Zunächst hatten wir eine kurze Regenpause, doch dann setzte wieder starker Regen mit kräftigem Wind ein. Für uns war es bereits der dritte Besuch (nach 2018 und 2019). Dieses Mal lag der Fokus darauf, die Papageitaucher (Puffins) bei Goat Island zu fotografieren. Einige Aufnahmen waren möglich, allerdings war die Distanz zu den Vögeln recht groß.
Anschließend ging es weiter zum Kilmacduagh Monastery. Die Anlage stammt aus dem 7. Jahrhundert und ist besonders bekannt für ihren leicht geneigten Rundturm. Neben den Ruinen der Kathedrale und weiterer Kirchen vermittelt die Anlage einen Einblick in die frühchristliche Geschichte Irlands.
In Gort nutzten wir die Gelegenheit, unsere Vorräte im Lidl für die kommenden Tage aufzufüllen.
Ein weiterer Stopp war das ehemalige Armenhaus Portumna Workhouse. Bei einer Führung erhielten wir einen eindrucksvollen, aber auch bedrückenden Einblick in die Lebensbedingungen während der Großen Hungersnot im 19. Jahrhundert.
Unser toller Übernachtungsplatz lag schließlich am Meelick Harbour, direkt am River Shannon und unweit des Meelick Weir Walkway. Der Stellplatz war kostenlos und ruhig gelegen.
Das Wetter zeigte sich auch an diesem Tag wieder typisch irisch mit einem Wechsel aus Regen und Sonne. Zum Abend hin ließ sich die Sonne zumindest für einige Minuten blicken.
Puffins an den Cliffs of Moher
Kilmacduagh Monastery
Portumna Workhouse
Meelick Harbour
Tag 13 – Meelick Weir Walkway am Shannon, Birr Castle und Royal Canal (20.05.2026)
Nach dem Frühstück starteten wir mit einer kleinen Wanderung entlang des Meelick Weir Walkway bis zur Schleuse am River Shannon. Das Wetter zeigte sich dabei wieder typisch irisch – Regen ließ nicht lange auf sich warten und wir wurden entsprechend nass. Die Anlage wirkt sehr alt und gehört zu den historischen Wasserbauwerken am Shannon, die bereits im 19. Jahrhundert zur Regulierung der Schifffahrt und des Wasserstands errichtet wurden.
Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Birr und nutzten die Zeit für einen kurzen Bummel durch das Städtchen. Danach ging es weiter zum Birr Castle. Für 12:30 Uhr hatten wir eine Führung gebucht (22 Euro pro Person).
Die Innenräume des Schlosses haben uns sehr beeindruckt. Während der Führung erhielten wir Einblicke in die historische Eingangshalle, die Bibliothek sowie verschiedene Wohnräume der Familie. Das Schloss wird bis heute von der Familie des Earl of Rosse bewohnt. Fotografieren ist im Inneren nicht erlaubt, daher gibt es leider keine Fotos von der Führung.
Die weitläufige Parkanlage mit ihren vielen exotischen Pflanzen hat uns ebenfalls sehr gefallen. Ein besonderes Highlight ist das historische Teleskop „Leviathan of Parsonstown“, das im 19. Jahrhundert als größtes Spiegelteleskop der Welt galt und einen wichtigen Beitrag zur Astronomie geleistet hat.
Im Café des Schlosses stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen sowie einer leckeren irischen Gemüsesuppe. Anschließend besuchten wir noch das Science Center, das verschiedene wissenschaftliche Themen anschaulich und interessant präsentiert.
Das gesamte Gelände hat uns so gut gefallen, dass wir mehrere Stunden dort verbracht haben.
Danach ging es weiter in Richtung unseres nächsten Übernachtungsplatzes. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Stopp in Tullamore, um den Gastank unseres Campers aufzufüllen.
Unser Ziel für die Nacht war ein kostenloser Stellplatz am Royal Canal in Thomastown – wieder ein Tipp von Birgit und Walter.
Auch an diesem Tag zeigte sich das Wetter wieder wechselhaft mit typischem Mix aus Regen und Sonne. Am Abend ließ sich die Sonne dann noch einmal blicken.
Am nächsten Tag geht es für uns weiter Richtung Dublin, wo um 16:30 Uhr die Fähre nach Cherbourg ablegt.
Schleuse am River Shannon am Meelick Weir Walkway
Birr Castle
Übernachtungsplatz am Royal Canal in Thomastown
Tag 14 – Abschied von Irland und Kurs auf Frankreich (21.05.2026)
Nach einer ruhigen Nacht an unserem kostenlosen Stellplatz am Royal Canal in Thomastown starteten wir in unseren letzten Tag auf der grünen Insel.
Ausgerechnet heute zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Bereits am Morgen schien die Sonne, tagsüber blieb es trocken und die Temperaturen kletterten stellenweise auf angenehme 21 Grad. Offenbar hatte das irische Wetter mitbekommen, dass wir die Heimreise antreten und wollte sich zum Abschied noch einmal von seiner schönsten Seite zeigen. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage versprach sogar noch mehr Sonne – typisch, kaum fährt man nach Hause, wird das Wetter besser.
Bevor es zum Fährhafen ging, stand noch ein Programmpunkt auf dem Plan, der inzwischen fast schon Tradition hat. Wie bereits in vielen anderen Ländern unserer bisherigen Reisen führte uns der Weg auch in Irland zu einem Decathlon – diesmal nach Dublin. Und wie es ebenfalls Tradition geworden ist, blieben wir natürlich nicht mit leeren Händen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen. Da wir lieber etwas zu früh als zu spät ankommen, wollten wir genügend Zeitpuffer haben. Unterwegs nutzten wir noch die Gelegenheit, den Camper für 1,84 Euro pro Liter zu betanken.
Am Hafen angekommen hieß es dann Abschied nehmen von Irland. Unsere Fähre nach Cherbourg legte sogar etwas früher als geplant ab. Natürlich genau an dem Tag, an dem die Sonne schien und die Temperaturen angenehm waren.
Den Abend ließen wir entspannt an Bord ausklingen – bei einem gemütlichen Abendessen und einem letzten Guinness.
Tag 15 – Von Cherbourg zurück nach Belgien (22.05.2026)
Nach einer ruhigen Nacht auf See und einer erholsamen Schlafpause starteten wir entspannt in den Tag. Nach dem Frühstück verbrachten wir die verbleibende Zeit bis zur Ankunft in Cherbourg mit Lesen und dem Schreiben unseres Reiseblogs.
Gegen 12:15 Uhr Ortszeit legte die Fähre bei strahlendem Sonnenschein in Cherbourg an. Nach dem Verlassen des Hafens machten wir uns direkt auf den Weg zurück Richtung Belgien. Unser Tagesziel war erneut der Stellplatz „Parking Motorhome de Bouillon“ am Fuße der Burg von Bouillon, den wir bereits auf der Hinreise genutzt hatten.
Im Gegensatz zur Hinreise war auf dem Stellplatz diesmal noch erstaunlich viel Platz. Der Grund dafür wurde schnell klar: Wegen einer Sportveranstaltung sollte der Parkplatz bereits ab 6:00 Uhr am nächsten Morgen gesperrt werden.
Nach kurzer Überlegung, ob wir noch weiterfahren oder uns einen anderen Übernachtungsplatz suchen sollten, entschieden wir uns zu bleiben. Schließlich lagen bereits viele Kilometer hinter uns, und so planten wir stattdessen, am nächsten Morgen früh aufzubrechen. Der Wecker wurde daher auf 5:00 Uhr gestellt.
An diesem Tag legten wir rund 650 Kilometer zurück. Im Gegensatz zur Hinfahrt entschieden wir uns diesmal gegen die mautfreie Route, um etwas schneller voranzukommen. Für die Strecke von Cherbourg nach Bouillon fielen insgesamt 48,50 Euro Mautgebühren an. Darin enthalten waren 7,10 Euro für die Pont de Normandie, 17,70 Euro und 10,30 Euro auf den Strecken der Autobahngesellschaft Sanef sowie 13,40 Euro für die A13.
Nach einem langen Fahrtag freuten wir uns auf eine erholsame, wenn auch kurze, Nacht in Belgien, bevor es am nächsten Morgen weiter Richtung Luxemburg gehen sollte.
Tag 16 bis 18 – Über Luxemburg zurück nach Hause (23.–25.05.2026)
Der letzte Reiseabschnitt begann früh: Bereits um 5:00 Uhr klingelte der Wecker, da wir den Stellplatz in Bouillon wegen der bevorstehenden Sportveranstaltung rechtzeitig verlassen mussten.
Unser Weg führte zunächst erneut nach Wasserbillig. Wie schon auf der Hinreise nutzten wir den Aufenthalt in Luxemburg, um günstig zu tanken und einige Einkäufe zu erledigen. Direkt an der Mosel fanden wir einen schönen Platz für eine Pause und gönnten uns nach dem frühen Aufstehen noch einmal zwei Stunden Schlaf.
Anschließend standen Einkaufen und Tanken auf dem Programm, bevor wir unsere Fahrt nach Deutschland fortsetzten. Unser Ziel war der Camping Hof Liesenich im Hunsrück, unweit der Mosel. Dort wollten wir Freunde überraschen, die sich für ein gemeinsames Pfingstwochenende getroffen hatten.
Die Überraschung gelang und so verbrachten wir die restlichen Tage in geselliger Runde und genossen das verlängerte Pfingstwochenende.
Am Pfingstmontag machten wir uns schließlich auf den Weg nach Hause. Damit endete nach rund zweieinhalb Wochen unsere Reise durch Irland, Frankreich, Belgien und Luxemburg.
Fazit unserer Irlandreise
18 Tage unterwegs, rund 3.500 Kilometer im Campervan und unzählige Eindrücke: Unsere Reise führte uns über Luxemburg, Belgien und Frankreich auf die grüne Insel Irland und wieder zurück.
Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die beeindruckenden Küstenlandschaften entlang des Wild Atlantic Way, die Cliffs of Moher, Achill Island, die Mullet Peninsula sowie zahlreiche historische Orte wie Clonmacnoise, Kilmacduagh oder Birr Castle. Dazu kamen außergewöhnliche Stellplätze direkt am Wasser, spannende Begegnungen mit Einheimischen und viele kleine Erlebnisse, die eine Reise besonders machen.
Natürlich gehörte auch das typisch irische Wetter dazu: Sonne, Regen und Wind wechselten sich oft innerhalb weniger Minuten ab. Gerade diese Wetterwechsel sorgten jedoch immer wieder für besondere Stimmungen und beeindruckende Landschaftsbilder.
Irland hat uns erneut begeistert – mit seiner Natur, seiner Geschichte und der entspannten Art der Menschen. Eine Reise voller schöner Erinnerungen, die uns noch lange begleiten wird.
Reisedauer: 18 Tage | Strecke: ca. 3.500 km | Reiseart: Campervan-Rundreise